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Im Fokus: Gestaltung/Typografie

Der Schein trügt

100-DM-Schein, Fälschung von 1998 ©Museum für Druckkunst Leipzig
©Museum für Druckkunst Leipzig
Britische 5-Pfund Note von 1919 ©Museum für Druckkunst Leipzig
gefälschte Britische 5-Pfund Note von 1919 ©Museum für Druckkunst Leipzig
Polnischer 200-Zloty-Schein mit aufgeklebter Null von 1976 ©Museum für Druckkunst Leipzig

Sonderausstellung rund um das Thema Falschgeld zeigt noch bis 7. Dezember im »Museum für Buchkunst« Banknotenfälschungen aus 33 Ländern und mehr als 2 Jahrhunderten Geschichte der Papierbanknote.

Schon seitdem es Geld gibt, wird es gefälscht. Münzen wurden aus minderwertigen Metallen nachgeprägt und in Umlauf gebracht. Mit der Einführung der gedruckten Banknote aus Papier wurde diese auch von den Geldfälscher kopiert. Dabei war das Fälschen in den Anfängen der Papierbanknote noch um einiges leichter als heute. Geldscheine waren oft nur auf herkömmlichem Papier ohne jegliche Besonderheiten, wie etwa einem Wasserzeichen, gedruckt. Banknoten waren meist nur einfarbig schwarz und einseitig bedruckt. Die uns heute bekannten Sicherheitsmerkmale wie Wasserzeichen, Sicherheitsstreifen, Kippeffekte, Hologramme, Mikrotypografie sowie erhabene und somit fühlbare Elemente wie feine Muster oder Linien waren noch nicht auf Geldscheinen zu finden. Mit zunehmender Zahl der Geldfälschungen mussten Banknoten sicherer werden. Sie sollten aufwendiger und schwerer zu kopieren sein. Doch die Geldfälscher zogen nach und entwickelten eine große Kreativität. So ergibt sich ein Kreislauf aus der Entwicklung der Banknotensicherheit und dem Engagement der Fälscher. Dadurch wurde es im Laufe der Zeit immer schwieriger, Banknoten zu fälschen und in der Verkehr zu bringen. 

Die Gründe für das Fälschen von Geld sind dabei sehr verschieden. Sie reichen von Armut und dem Willen nach Bereicherung über rein künstlerische Ambitionen, bis hin zur blanken Freude und dem Spaß daran, andere zu überlisten. Bei Fälschungen kann es sich neben aufwendigen Handzeichnungen und Drucken auch um einfache Farbkopien und echte Geldscheine mit aufgeklebten Nullen handeln. Fälscher sind Einzelpersonen, wie der »Blütenrembrandt«, der in den 1970er Jahren mehr als achtzig1000-DM-Scheine von Hand nachzeichnete, kleine Fälschergruppen oder organisierte Banden. Vereinzelt fälschen sogar Staaten das Geld anderer Länder, wie in den 1940er Jahren in Deutschland. Bei der »Operation Bernhard« fälschte das Nazi-Regime zu tausenden englische Fünf-Pfund-Noten, um damit Rohstoffe zu erwerben und durch das gezielte Verteilen des Falschgeldes in England dessen Wirtschaft zu schwächen.

Der moderne Euro-Schein gilt heute als beinahe fälschungssicher. Und tatsächlich bedarf es mittlerweile eines grossen Aufwandes, technischer Ausrüstung und Know-How, um Banknoten und deren Sicherheitsmerkmale zu fälschen. Moderne Geldscheine werden auf speziellem Banknotenpapier aus Baumwolle, das auch nur von zugelassenen Wertpapierdruckereien erworben werden darf, gedruckt. Der Druck erfolgt unter Anwendung verschiedener Druckverfahren. Dazu gehören neben dem herkömmlichen Offsetdruck auch Stichtiefdruck, Hochdruck und Siebdruck. Kippeffekte wie changierende Farben oder Hologramme, die den Schein perfekt machen.

Die noch bis zum 7. Dezember dauernde Sonderausstellung zeigt ausgewählte Exponate aus 33 Ländern und mehr als 2 Jahrhunderten Geschichte der Papierbanknote. Durch die direkte Gegenüberstellung von echten Scheinen und der zugehörigen Fälschung werden die Besucher animiert, die Unterschiede selbst zu finden.

Anne Müller

 

Letzte Änderung: 30.11.2012
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