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Der Totentanz in Leipzig

Ulf K. Tango de la mort. Wuppertal 2000 © Ulf Keyenburg
Jacob Cats. Sinn- en minnebeelden, Middelburg 1618

Eine Ausstellung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum

»Vanitas«, im Lateinischen ein Begriff für Leere, leeren Schein, eitles Vorgeben und nichtiges Treiben, steht in der Kunst für die Vergänglichkeit alles Irdischen. Das Gedicht »Es ist alles eitel« von Andreas Gryphius beschreibt eindringlich die allgegenwärtige Präsenz des Todes und der Zerstörung und gibt am Eingang der Ausstellung »Vanitas – Der Tod im Buch« einen kurzen Einblick in das Thema. Das Deutsche Buch- und Schriftenmuseum hat das alljährliche Wave-Gotik-Treffen zum Anlass genommen und gesammelte Werke ausgestellt, in denen die Vergänglichkeit und der Tod thematisiert werden.

In der Ausstellung, die im Tresor der Deutschen Nationalbibliothek zu besichtigen ist, findet man elf verschiedene Themenbereiche zum Titel der Ausstellung: von »Totentanz« über »Tod als Lehrer« und »Grab und Gruft« bis hin zu »Tod im Kinderbuch« und »Tod in Comics«. Auf kleiner Fläche findet man sowohl Bücher, als auch andere Exponate aus den Sammlungen der DNB, welche dem Tod und dem Morbiden auf unterschiedlichste Art Ausdruck verleihen. So geht Stefanie Schilling in ihrer Diplomarbeit »Guten Tag, Knochenmann« sehr heiter an die Themen Tod und Totentanz heran. In anderen Werken, zum Beispiel von Alfred Kubin und Jacques-Anthony Chovin, spürt man trotz illustrer Bilder die Schwere der jeweiligen Zeit. In der Kategorie „Kinderbuch“ findet man unter anderem das Buch »Ente, Tod und Tulpe« von Wolf Erlbruch, welches auf großformatigen Bildern auf spielerische Art versucht, den Kindern die Angst vor dem Tod zu nehmen. Ulf K. verarbeitet das Thema Tod in seiner Graphic Novel „Tango de la Mort“, welche, einmal vergriffen, heute als Sammlerstück gehandelt wird. In stimmiger Weise ergänzt werden die literarischen Werke von zahlreichen zusätzlichen Ausstellungsstücken wie Exlibris mit erotischen Motiven, die von verschiedenen Künstlern um 1900 erstellt wurden, Original-Scherenschnitten von K. Schroeder und einem aufgebauten Vanitas-Stillleben von Werner Schinko.

Die Ausstellung steht noch bis zum 22. September 2013 allen interessierten Besuchern offen.

Clara Zintel



Öffnungszeiten des Deutschen Buch- und Schriftmuseums
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Donnerstag 10 bis 20 Uhr
An Feiertagen (außer montags) von 10 bis 18 Uhr

Dauer der Ausstellung »Vanitas – Tod im Buch«: 17. Mai bis 22. September 2013

Informationen: dbsm-info@dnb.de
Telefon: 0341 2271-324

Der Eintritt in das Museum ist frei.

Deutsche Nationalbibliothek
Deutsches Buch- und Schriftmuseum
Deutscher Platz 1
04103 Leipzig
www.dnb.de

Letzte Änderung: 1.7.2013
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