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Origami – Mit Papier kreativ werden

Papier ist das wichtigste Material der Verlagsbranche und auch dieser Artikel hat Papier zum Thema. Allerdings möchten wir anlässlich des Weihnachtsfestes einen etwas anderen Bezug zu dem Material herstellen. Es soll uns nicht um Papier als Bedruckstoff gehen, sondern als Bastelmaterial, mit dem man tolle Figuren falten kann – wir sprechen von Origami.

Der Begriff Origami leitet sich aus dem Japanischen von oru (falten) und kami (Papier) ab und beschreibt die Kunst des Papierfaltens.

In Japan ist das Papierfalten seit über 600 Jahren Tradition. Dabei ist es nicht sicher, ob es ursprünglich aus China oder aus Japan stammt, da das Papier selbst im Jahr 610 von China nach Japan gebracht wurde.

Auch in Europa entwickelte sich eine Papierfaltkunst, die sich im 16. Jahrhundert von Ägypten und Mesopotamien aus nach Spanien und weiter westlich ausbreitete. Traditionelle Figuren sind der japanische Kranich und der spanische Pajarita (kleiner Vogel).

Nachdem lange Zeit nur wenige traditionelle Modelle bekannt waren, beschäftigte sich der Japaner Akira Yoshizawa (1911 – 2005) ab ungefähr 1930 eingehender mit der Papierfaltkunst, entwickelte über 50.000 Modelle und ein Diagrammsystem zur leicht verständlichen Darstellung von Faltanleitungen. Seine Ideen wurden zum Yoshizawa-Randlett-System weiterentwickelt, welches heute eine Notation für Faltanleitungen darstellt. Er war japanischer Origami-Meister und gilt heute als Begründer des modernen Origami.

Neben dem klassischen Origami, welches das Falten eines zumeist quadratischen Papieres ohne schneiden und kleben beschreibt, gibt es noch zahlreiche weitere Unterkategorien. Zu erwähnen sind hierbei das modulare Origami, das Wetfolding, und das Kirigami. Beim modularen Origami werden mehrere gleiche Teile zu einem Modell zusammengesetzt. In China weit verbreitet ist hierbei das sogenannte Tangrami (oder 3D-Origami). Auch dazu gehört das Schachtelfalten, da die Schachteln auch oft aus mehreren Teilen bestehen. Beim Wetfolding wird mit angefeuchtetem Papier gearbeitet, um dies besser formen zu können und nach dem Trocknen eine höhere Stabilität zu erhalten. Verwendet werden hier verschiedene Papiersorten wie beispielsweise Elefantenhaut, Aquarellpapier oder sehr dünnes Seidenpapier. Kirigami bezeichnet einfach das Falten mit Einschnitten.

Wir möchten kurz die zwei klassischen Modelle Kranich und Pajarita sowie zwei ausgewählte Schachteln, die sich sehr gut als Wichtel- oder Weihnachtsgeschenke eignen, vorstellen. Ob nun Kekse, Nüsse oder andere Kleinigkeiten – hier findet sich für jeden Geschmack eine geeignete Füllung.

Persönliche Erfahrungen mit Origami

Origami-Papier ist in vielen Bastelläden erhältlich. Wir haben uns beidseitig farbiges und gemustertes Papier in der Größe 20 x 20 cm besorgt.

Der Kranich

Zunächst versuchten wir den Kranich nach dem Diagramm im Yoshizawa-Randlett-System zu falten. Aber durch die fehlende Übung im Umgang mit den Diagrammen nahmen wir uns dann doch eine der zahlreichen Videoanleitungen zur Hilfe und vollendeten den Kranich erfolgreich. Beim zweiten Mal gelang dieser schon sehr zufriedenstellend. Bei einem 20 x 20 cm Quadrat entsteht ein Kranich mit einer Länge von ca. 12 cm.

Der Pajarita

Den Pajarita beim ersten Mal nach einer Fotoanleitung zu falten ist sehr schwer. Hier empfiehlt es sich, wie beim Kranich, im Netz auf Videohilfen zurückzugreifen. Empfehlen würden wir hierbei ein kleineres Quadrat von 15 x 15 cm zu verwenden, da die Pajarita bei 20 x 20 cm recht groß und instabil wird.

Die Origamischachtel

Eine einfache Origamischachtel ist in weniger als 10 Minuten gebastelt und sicher von jedermann schnell gefaltet. Aus einem 20 x 20 cm Quadrat erhält man eine Schachtel von 7 x 7 cm. Zu beachten gilt, dass für den unteren Teil der Schachtel das Quadrat um 1 cm gekürzt werden muss (also das Quadrat dann 19 x 19 cm groß ist), da sonst dieser nicht in den Deckel hineinpasst.

Die Sternschachtel

Besonders passend für Weihnachten ist die Sternschachtel. Diese enthält keinen Deckel, lässt sich aber genauso mit Kleinigkeiten befüllen. Aus einem 20 x 20 cm Quadrat ergibt ist eine Sternschachtel, deren Boden 8,5 x 8,5 cm groß wird. Die Öffnung hat eine Größe von ca. 5 x 5 cm und mit den Spitzen misst die Schachtel 17 x 17 cm. Sie ist etwas aufwendiger als die klassische Origami-Schachtel, ist aber auch in ca. 15 Minuten gebastelt.

 

Wir hoffen, dieser kleine Exkurs macht Ihnen Lust darauf, selbst kreativ tätig zu werden. 

Letzte Änderung: 19.12.2016
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