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Im Fokus: Wirtschaft

Social Media Marketing

Social Media Life – Workstation © Mark Hunter

Entstehung


Als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, wurde versucht, die altbewährten Mechanismen und Methoden von Massen- und Zielgruppenmarketing auf das neue Medium anzuwenden. Was anfangs funktionierte, ist heute im »Zeitalter« von User-Generated-Content, dem »Wisdom of the Crowd«-Prinzip sowie Facebook, Twitter und Co. aber nicht mehr ausreichend.

In den letzten nun mehr schon 20 Jahren entwickelte sich das Internet als bloßes Werkzeug für den Austausch von Daten hin zu einem Medium mit einem unvorstellbaren Vorrat an Möglichkeiten, in das die Menschen heute oft auch einen Großteil ihrer freien Zeit investieren.

Conversations in Social Media - Version 2.0 © ethority

Das wichtigste Merkmal des heutigen Internets (Web 2.0 nach O´Reilly) ist, dass die Benutzer aktiv am Geschehen teilnehmen (User-Generated-Content). In Meinungsforen und Chats, aber auch in Communitys, Sozialen Netzwerken und Microblogging-Diensten ­ um nur einige Erscheinungen des Web 2.0 zu nennen – tauschen die User aktiv Sichtweisen, Erfahrungen sowie Informationen über Politik, Sport, Kunst aber auch Produkte und Dienstleistungen aus.

 

 

Die Chance des Unternehmens


Hier steckt die Chance für den Verlag, aktiv mit seiner aktuellen, aber auch potenziellen, Käuferschaft in persönlichen Kontakt zu treten. Marketing in den Sozialen Medien sollte als Dialog unter Gleichen, als Service für und Dienstleistung am Kunden betrachtet werden, da sich der Konsument hier auf Augenhöhe mit dem Produzenten befindet.


Social Media Day © New Media MK

Gesichtspunkte, die es beim Social Media Marketing zu beachten gilt

Social Media Marketing birgt, als Teil des Online-Marketings, nicht nur Chancen sondern auch einige Eisberge, die es möglichst zu umschiffen gilt. Deshalb folgen nun einige kleine Regeln.

Das Wichtigste bei der Kommunikation mit seinen Kunden über Social Media ist die Fähigkeit, loszulassen. Man muss als Unternehmen gewillt sein, die Kontrolle über die Botschaft abzugeben. Soll heißen, dass, wenn sich ein Verlag ein kostenloses Profil z.B. bei Facebook anlegt, er damit rechnen muss, auch Kommentare auf seiner Seite zu finden, da die Kommunikation nun nicht mehr nur in eine Richtung läuft. Die Nachrichten der Kunden bzw. anderen Diskussionsteilnehmer sollten aber ernst genommen werden, da sie Einblicke gewähren, wie ein bestimmtes Produkt oder spezifische Werbemaßnahmen beim Zielpublikum ankommen.

Sammeln und verwerten Sie die Informationen von ihren »Freunden«. Nehmen sie die Kritiken, aber auch die Kompetenzen ihrer Freunde und Follower (Twitter) an und setzen sie diese um. Die Kunden können aber auch aktiv in den Wertschöpfungsprozess mit einbezogen werden, in dem Sie z.B. einen Cover-Test für eine Neuerscheinung starten und Ihre Kunden entscheiden lassen, welches Einband-/Umschlagmotiv im Buchladen stehen soll. Aber bedenken Sie dabei: Eine inkonsequente Umsetzung dieser Marketingmaßnahme könnte von den Kunden negativ bewertet und persönlich genommen werden.

Wie aus vielen anderen Marketingstrategien bekannt muss auch beim Social Media Marketing das Ziel, das Sie erreichen wollen, klar definiert und vor allem im ganzen Haus bekannt sein. Hier sind Recherche und sorgfältige Planung notwendig, um herauszufinden, auf welche Weise die Nutzer angesprochen werden sollten und in welchen Social Media man seine spezifische Zielgruppe findet.


Ein weiterer wichtiger Grundsatz: Transparenz


Social Media Marketing steht und fällt mit der Offenheit, mit der ein Unternehmen seinen Kunden in Sozialen Medien gegenübertritt. Das Publikum sollte über die Hauptziele und Kernwerte des Hauses aufgeklärt werden. Wie wäre es z.B. mit einem Corporate Blog (Unternehmensblog), in dem sie einen Blick hinter die Kulissen gewähren, vielleicht durch Bilder vom Aufbau des Messestandes auf der nächsten Buchmesse? Dadurch findet eine bessere Identifikation des Kunden mit dem Verlag statt. Außerdem verleihen Sie Ihrem Unternehmen zusätzlich ein Gesicht und die Anonymität zwischen Konsument und Produzent wird aus den Angeln gehoben. Vermutlich wäre das für viele Leser auch ein Anreiz, um direkt am Buchmessestand vorbei zuschauen.


Seien sie schnell!

Die Daten im Internet kennzeichnen sich durch eine hohe Schnelllebigkeit. Das heißt, wenn Sie eine Nachricht oder einen Kommentar auf Ihrem Profil erhalten, sollten Sie in einer möglichst kurzen Zeitspanne antworten.

 

Last but not Least: Bleiben Sie originell und interessant

Veröffentlichen Sie z.B. bei YouTube einen Trailer zu einer Neuerscheinung. So ist Ihnen die Mund-zu-Mund-Propaganda gewiss (auch in Social Media verbreitet sich gute Werbung schließlich durch Empfehlung).

Wichtig zu beachten ist aber, dass auch gutes Social Media Marketing einen hohen Aufwand erfordert. Da direkte Werbung in den Sozialen Medien eher auf Ablehnung stößt, sollte hier besonders ausgeklügelt und raffiniert vorgegangen werden. Eine Eins-zu-Eins-Abbildung der Inhalte aus einer Hochglanzbroschüre sorgt vermutlich für Desinteresse und wäre demzufolge falsch investiertes Geld. Stellen Sie Ihren Auftritt in den Social Media durch andere Themen, welche die Unterhaltung auflockern, sicher.

Social Media Marketing ist eine geeignete und effektive Methode, um alte Kunden zu binden und neue Interessenten für sich zu gewinnen. Auf jeden Fall lohnt es sich für Verlage, in den Sozialen Medien aktiv zu werden und mit den Lesern in Interaktion zu treten.

Autorin: Anja Müller (BMB-08)

Die Regeln sind eine Abwandlung, eines im Haus des Buches (Leipzig) gehörten Vortrages von Markus Klose vom Hoffmann und Campe-Verlag am 06.12.2010 mit dem Titel »Auf Augenhöhe mit dem Leser – wie soziale Netzwerke das Verhältnis zwischen Verlagen und Lesern verändern«.

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Letzte Änderung: 7.3.2011
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