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Praxisprojekt: Gestaltung/Typografie

»Stichwort« von Clemens Meyer

Der Leipziger Bibliophilen-Abend

Zweimal jährlich veröffentlicht der Leipziger Bibliophilen-Abend e.V. ein Heft seiner Reihe »Stichwort«. Diese Erstdrucke mit Originalgrafiken sind mit 100 Exemplaren limitiert und heiß begehrt. Im Jahr 2009 bekamen die Studierenden des Studienganges Verlagsherstellung mit dem Text »Treffpunkt« von Clemens Meyer die Möglichkeit, die aktuelle Ausgabe zu entwerfen.

 

Die Kooperation

Eine Kooperation der besonderen Art, an deren Ende sich Professor Christian Ide und Herbert Kästner, Vorsitzender des Vereins, von der Matrikel VH 07 verschiedene Entwürfe präsentieren ließen. Doch bevor der Wettbewerb einen Sieger finden konnte steckten die Studenten viel Energie, Wissen und Kreativität in ihr Projekt. 

 

Layout und Typografie

Die Gestaltung, durch die Anordnung und Vorgabe der Illustrationen inklusive Titelbild bereits teilweise vorgegeben, hatte vor allem einen typografischen Schwerpunkt. Satzspiegel und Schriftwahl, Layout und Farbgebung mussten in den kleinen Gruppen abgestimmt, das Papier und Umschlagmaterial gewählt, die Herstellung kalkuliert und eine Präsentation erstellt werden. Denn neben der technischen Umsetzbarkeit war auch der Kostenrahmen zu beachten.

 

Blutrot, Nachtschwarz und Blütenweiß

Ein Semester lang konnten die Studenten anwenden, was Lehrveranstaltungen wie Typografie, Bedruckstoffverarbeitung und Werkstoffe sie gelehrt hatten. Der eigentliche Text war am Anfang noch unbekannt, weshalb andere Werke des Autors herhalten mussten, damit die Studierenden sich einen ersten Eindruck von seinem Stils machen konnten. Schnell war klar, dass Clemens Meyer nicht nur eine schonungslos realistische Sprache benutzt, sondern wohl auch ein Thema aus dem Rotlichtmilieu wählen würde. Dies schlug sich später in fast allen Entwürfen in einer ähnlichen Farbgebung nieder, die auch von der Illustratorin Stefanie Schilling aufgegriffen wurde: Blutrot, Nachtschwarz und Blütenweiß.

 

Die Gewinnerinnen

Als endlich die gedruckten Exemplare vorlagen, stand der Stolz auf die eigene Leistung und das Endergebnis des Projekts allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. Jede Gruppe produzierte drei handgefertigte Exemplare, um sie später präsentieren zu können. Die Gewinnerinnen Anette Jeschke, Lisa Poggel und Migle Bareikyte (eine Erasmus-Studentin aus Vilnius, Litauen) lieferten einen Entwurf, der mit klarem Layout und einer spröden, aber sehr kräftigen »Schreibmaschinenschrift« den rauhen Charakter des Textes unterstreicht.

 

Präsentation im Leipziger »Haus des Buches«

Auch für die Studierenden, deren Entwürfe letztendlich nicht in 100er Auflage umgesetzt werden konnte, stellte das Projekt eine anspruchsvolle und motivierende Herausforderung dar. Alle Entwürfe wurden am 15. Dezember 2009 bei einer gut besuchten Lesung von Clemens Meyer im Leipziger »Haus des Buches« vorgestellt. So hatten die über 100 Besucher die Gelegenheit, 16 sehr unterschiedlich gestaltete Interpretationen des Textes direkt miteinander zu vergleichen.

 

 

Praxispartner
Leipziger Bibliophilen-Abend e.V. (LBA)

Text
Clemens Meyer

Illustration
Stefanie Schilling

Layout und Typografie
Studierende der Matrikel BM-07

Betreuung
Prof. Christian Ide
Dipl.-Ing. Winnie Zagrodnik
Dipl.-Ing. André Göhlich

Presse
Börsenblatt 32 | 2009 » Ohne Netz und doppelten Boden
Buchreport.express 51 | 2009 » Ein Stichwort für den Autor
Campus Online » Raues Papier für raue Sprache

 

 

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Bildergalerie

Letzte Änderung: 30.11.2011
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